Beim letzten Mal haben wir über die Entstehung der Welt und das Götterpaar Izanami und Izanagi gesprochen. Aber hier ist die Geschichte noch nicht vorbei. Heute sprechen wir über die drei unehelich (literally) entstandenen Götter: Susanoo, Amaterasu und Tsukiyomi no Mikoto.

Aber zuerst (wie immer) der langwierige Teil:

Der langwierige Teil

Wie bereits im anderen Beitrag erwähnt teilten die drei Götter die Welt untereinander auf. Amaterasu bekam die Sonne und den Tag, Tsukiyomi bekam den Mond und die Nacht und Susanoo, bekam die Erde (oder auch das Meer je nach Überlieferung). Amatersu – und das ist wichtig – ist ebenfalls die Göttin der Landwirdschaft, da die Sonne ja auch für Fruchtbarkeit steht.

Susanoo ist aber ein Arsch und führt sich auf, wie ein kleines Kind. Er will auch über etwas cooles wie Sonne oder Mond herrschen und nicht über diese doofe Erde. Deshalb verbannen die anderen Götter ihn in das sog. Wurzelland (根の国, „Ne no kuni“), worüber er fortan herrschen soll.

Der spannende Teil

Susanoo im Reich der Amaterasu

Susanoo ist allerdings eine sehr trickreiche Gottheit und spielt gerne Streiche (er ist vergleichbar mit Loki nur bissel kindlicher). Deshalb geht er, sozusagen als Abschied, noch einmal zu seiner Schwester Amaterasu in den Himmel. Dabei stampft er aber so heftig auf, dass Erdbeben entstehen. Amaterasu ist aufgrund seiner Tricks etwas paranoid, vermutet einen Hinterhalt oder Angriff und packt sich erstmal komplett in Rüstung. Die war komplett ready ihrem Bruder mal gehörig die Latten zu polieren. Susanoo entschuldigt sich aber unmittelbar nach seiner Ankunft für sein ungestümes Auftreten. Das sieht Amaterasu aber immernoch nicht ein und droht ihm weiter mit Waffengewalt.

Um seine Schwester umzustimmen und sie davon zu überzeugen ihn nicht auf der Stelle, zu enthaupten, schlägt er ein Spiel vor. Wie genau dieses Spiel funktioniert ist nie ganz klar geworden. Im Prinzip erschaffen beide eine Reihe von Sterblichen und je nachdem wer, was, wie erschafft wird klar, dass Susanoo nicht in kriegerischer Absicht gekommen ist. Soweit so gut. Nur ist er, wie wir oben schon festgestellt haben, einfach ein Arsch und begeht prompt acht himmlische Sünden. Die haben alle etwas mit Exkrementen zu tun also bereite dich schon mal auf nen riesen Haufen Scheiße vor. Schnall dich an jetzt wird es super weird:

Susannos Sünden

Susanoos Untaten werden in verschiedenen Überlieferungen immer wieder gleich überliefert und verhielten sich ungefähr folgendermaßen:

Susanoo geht komplett ham und scheißt alles zu. Unter anderem Reisfelder, Tempel, Deiche, Bäche usw. Er übersäte Felder, riss Dämme nieder und machte im allgemeinen alles kaputt und naja und scheißt alles danach noch zu. All das lässt witzigerweise Ameterasu ziemlich kalt und sie unternimmt gar nichts dagegen. Als Susanno dann aber eine Kuh mittels Rückwärtsschändung lebendig häutet, dann in einen Tempel der Amatersu schleudert und dort eine Weberin sich (vor Schreck) mit einer Spindel in die Vagina sticht und stirbt, ist die Sau fett und Amatersu… naja… schmollt. Warum sie ihm nicht einfach die Fresse poliert weiß keiner.

Amaterasu in der Höhle

Amatersu aus der Höhle

Amatersu zieht sich schmollend in eine Höhle zurück. Da sie allerdings neben ihrer Tätigkeit als wahrscheinlich geduldigste Gottheit der Welt, auch noch die Sonnengöttin ist, hat das Ganze zur Folge, dass die Sonne nicht mehr aufgeht. Es bleibt also Nacht, was nicht so gut ist, weil alles braucht Licht und Wärme zum Überleben. Die acht Millionen anderen Götter (ich übertreibe nicht; das ist die tatsächliche Anzahl der Gottheiten in der japanischen Mythologie) bestrafen Susanoo, indem sie ihm die Finger- und Zehennägel rausreißen, die Haare abschneiden und ihn verbannen. Dann schmieden sie einen Plan Amatersu aus der Höhle wieder herauszulocken.

Zuerst bringen sie Opfergaben, wie Spiegel oder Juwelen, machen ihr Komplimente und entwurzeln, aus irgendeinem Grund, noch einen Sakaki-Baum. Das bringt Amaterasu noch nicht mal dazu danach zu schauen.

Dann fängt die Göttin Amenouzume an, zu tanzen. Während des Tanzens zieht sie sich aus und zeigt der versammelten Mannschaft Brüste und Genitalien. Das gilt als die Geburtsstunde des sog. Kagura, einem Sakraltanz im Shinto (du denkst dir jetzt schon was zum ARSCH, dann lies weiter). Das bringt alle anderen Götter zum Lachen (WOW!). Das macht Amaterasu neugierig, sie öffnet die Höhle und tritt einen Schritt nach vorne. Das nutzt der Gott Ame no Tachikarao, zieht sie ins Freie und Zack geht die Sonne auf. Der Gott Ame no Futotama spannt direkt ein magisches Seil vor die Höhle und Amatersu hat keine andere Wahl, als draußen zu bleiben. Susanoo wird entgültig aus dem Himmelreich verbannt.

Fazit

Von allen Möglichkeiten, die hätten klappen können, funktioniert diese… Das fasst die japanische Mythologie relativ gut zusammen.

Ich hoffe du hattest wie immer Spaß beim Lesen! Falls du Anmerkungen oder Anregungen hast, schreib mir wie immer eine Mail über mein Kontaktformular oder einen Kommentar!